Suche
  • Franziska Dittrich

029 – Quick-Tipps gegen Stress und für Zufriedenheit


Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von nothing but mindfulness. , dem Podcast, in dem sich alles darum dreht, wie Du durch eine achtsame Haltung Dein Leben und die Welt verändern kannst. Mein Name ist Franziska Dittrich und ich freu mich total, dass Du heute wieder da bist und Deine Zeit mit mir teilst.

Die heutige Quick-Tipps Folge habe ich eigentlich wieder zu 100% für mich selbst produziert, will sie Dir aber keinesfalls vorenthalten, weil ich glaube, dass hier auch für Dich ganz viel drinstecken kann.

Kennst Du Phasen, in denen Du ganz viel willst, am Ende aber gefühlt nichts davon schaffst? Tage, an denen Du 1.000 tolle Ideen und Gedanken hast, dann aber doch lieber faul auf Deiner Couch sitzt? Momente, in denen Du innerlich ultra gestresst und rastlos bist, weil Du weißt, es gäbe noch so viel zu tun und letztendlich von Deinem schlechten Gewissen erdrückt wirst, weil Du doch lieber etwas gemacht hast, das „einfach nur Spaß macht“?

Wenn Du eine, oder sogar alle dieser Fragen mit „ja“ beantwortet hast und vielleicht gerade innerlich immer noch nickst, ist diese Folge auch für Dich. Genau so ging es mir in der letzten Zeit, bzw. um ehrlich zu sein schon in den letzten Monaten immer wieder und wenn Du mich inzwischen schon ein bisschen kennst, kannst Du Dir vielleicht vorstellen, dass ich nicht aufgegeben habe, eine Lösung zu finden, um damit umzugehen.

In den heutigen Quick-Tipps gebe ich Dir ein paar Denkanstöße mit auf den Weg, wie es Dir gelingen kann, innerhalb von wenigen Minuten aus dem innerlichen Gedanken-Hamsterrad auszusteigen, Deinen Stress zu reduzieren und einfach wieder zufriedener durch die Tage zu gehen. Ich teile 3 Fakten und 3 Schritte mit Dir, die Dir ganz neue Perspektiven eröffnen.

Hol Dir gern wieder ein Blatt Papier und einen Stift und jetzt wünsche ich Dir ganz viel Freude beim Hören.

Wenn Du meinen Podcast schon ein bisschen länger verfolgst, weißt Du sicherlich, dass es meine absolute Leidenschaft ist, das menschliche Denken, Fühlen, Verhalten und „Funktionieren“ zu hinterfragen und zu verstehen. Einerseits glaube ich, dass jeder von uns zutiefst einzigartig ist und gleichzeitig bin ich überzeugt davon, dass es hinter den meisten Dingen irgendwelche Mechanismen gibt, die uns dazu bringen, so zu sein, wie wir sind, so zu denken, wie wir denken und so zu fühlen, wie wir fühlen.

In letzter Zeit gab es bei mir sehr viele Tage, an denen ich mich total unter Druck und Stress gefühlt habe, obwohl ich es im Außen eigentlich gar nicht war. Meine Gedanken sind gekreist, ich war nie so wirklich bei der Sache und bin abends mit einem schlechten Gewissen ins Bett gegangen. Ich habe öfters innere Dialoge beobachtet, die in etwa so abliefen: „Na, warst Du heute wieder schön faul? Hättest ruhig mal ein bisschen mehr machen können.“ Oder „Du willst jetzt ernsthaft mit Deiner Freundin Kaffee trinken, obwohl Du eigentlich so viel zu tun hast? Aha, Du setzt Dich also jetzt nicht gleich an Deinen Schreibtisch – Du hast ein Leben!!“ Um diese inneren Dialoge zu erkennen, braucht es sicherlich ein bisschen Achtsamkeitspraxis, die Dir dabei hilft, Dich nicht direkt damit zu identifizieren und zu denken, dass Du diese Dialoge bist, sondern dass Du sie führst.

Das Ganze hat dann je nach Befindlichkeit und Verfassung zu unterschiedlichen Resultaten geführt. An einem Tag war ich wütend auf die innere Stimme und habe absichtlich das gemacht, von dem ich wusste, dass sie mich dafür noch mehr verurteilt. An anderen Tagen habe ich ihr mit einem großen, mitfühlenden Ohr zugehört und versucht, ihr das zu geben, was sie braucht. Manchmal hat sie mich zur Verzweiflung getrieben und es hat nur noch geholfen, zu schlafen, weil der Schlaf der einzige Moment war, in dem ich meine Gedanken unterbinden konnte.

Also Du siehst: Ich bin auch als Coach keinesfalls vor solchen komischen Situationen gefeit und habe nicht immer ad hoc eine Lösung parat. Ich bin allerdings sehr dankbar dafür, dass mir meine Neugierde auch dann nicht abgeht, wenn ich mich am liebsten einfach nur verkriechen, oder in einem Erdloch versinken möchte.

Was ich im ersten Schritt immer mache ist, dass ich mir überlege, um welchen Bereich meines Lebens es gerade geht, wenn ich mich nicht wohlfühle. In dem aktuellen Fall kann ich ganz klar sagen, es geht um meine Arbeit, bzw. meine Selbstständigkeit. Anschließend versuche ich, das, was gerade in mir passiert, irgendwie auf’s Papier zu bringen und damit für mich transparent zu machen. In diesem Beispiel sah der Kreislauf ungefähr so aus:

Ich will zu viel => Ich resigniere, weil ich das Gefühl habe, das alles nicht zu schaffen => Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich etwas anderes mache => Ich mache mir Vorwürfe => Ich will zu viel.

Klingt eigentlich total simpel, oder?

Was ich anschließend gemacht habe ist, dass ich mich noch einmal intensiv damit befasst habe, wieso ich eigentlich denke, was ich denke.

Ich versuche jetzt gleich einmal, meine Erkenntnisse für Dich in eine logische Reihenfolge zu bringen, sodass auch Du in Zukunft besser verstehen kannst, wie Du Dir diesen Stress selbst verursachst und was Du Schritt für Schritt dafür tun kannst, um wieder gelassener und zufriedener zu sein.

Fakt 1 lautet: Unser Gehirn denkt in Mustern. Es gibt also keine einzelnen Gedanken, sondern jeder Gedanke ist eingebettet in ein Muster oder in einen Rahmen. Das führt dazu, dass wir immer dann, wenn wir einen Gedanken haben, auch automatisch Gefühle, Überzeugungen, Glaubenssätze, Erinnerungen und Bilder abrufen.

Wenn ich also ein Gedanken-Muster mal „Selbstständigkeit“ nenne, kann ich in diesen Rahmen viele meiner Gedanken packen. Vielleicht habe ich hier Gefühle wie Freiheit abgespeichert, gleichzeitig aber auch Existenzängste. Vielleicht auch Glaubenssätze wie „Selbstständig heißt selbst und ständig“ oder „Als Selbstständiger hast Du nie frei“. Ich erinnere mich vielleicht an einen Monat, in dem das Geld auf dem Konto knapp war, gleichzeitig aber auch an einen Monat, in dem ich unglaublich viel verdient habe. Ich habe den Geruch von Kaffee in der Nase, weil ich mit Selbstständigkeit verbinde, dass ich jederzeit eine Pause einlegen kann, wenn ich möchte. So könnten wir dieses Spielchen jetzt noch ewig weiterführen, denn es gibt tausende Assoziationen, die innerhalb dieses Musters gespeichert sind.

Fakt 2 lautet: Unser Gehirn produziert immer passende Gefühle und Bilder, auch wenn es faktisch keine gibt. Das bedeutet so viel wie: Dein Gehirn kann aus „nichts“ etwas erschaffen. Und je nachdem, ob Du eher dazu neigst, positiv zu denken und Chancen zu sehen, oder negativ zu denken und Risiken zu sehen, wird es Dir die passenden Szenarien vor Deinem inneren Auge abspielen.

Das ist im Übrigen auch eine Praktik, die gerade in Bezug auf Covid19 Anwendung findet – ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Es gibt hier in meinem Beispiel also zwei Möglichkeiten bzw. zwei Szenarien für mein Gehirn, die wie folgt lauten könnten:

1. Wenn Du nicht ständig arbeitest, wirst Du kein Geld mehr verdienen, Deine Miete nicht mehr zahlen können, hungern müssen und jegliches Ansehen verlieren.

2. Wenn Du Dir viel Freiraum gönnst, hast Du ein entspanntes Leben, kannst mit Leichtigkeit all dem nachgehen, was Dir Spaß macht und wirst in den Zeiten, in denen Du etwas tust, sogar viel produktiver sein.

Je nachdem, für welchen Gedanken ich mich entscheide, wird mein Gehirn mir nun die passenden Gefühle und die zugehörigen Bilder in den Kopf pflanzen. Das wiederum beeinflusst ganz maßgeblich die Auswahl meiner Filter und führt dazu, dass ich nur noch das wahrnehme, woran ich glaube und alles, was mir widerfährt, entsprechend interpretiere. Und dann?

Fakt 3 lautet: Wir alle haben nach wie vor einen tiefen Überlebensinstinkt in uns, der uns leitet. Das ist grundsätzlich auch total gut, kann nur eben auch dazu führen, dass wir ständige „Überlebenskämpfe“ führen, wo eigentlich gar keine sind. Unser Gehirn denkt nämlich gerne direkt, dass es immer um alles geht. Es gibt also nur schwarz oder weiß. Nur „ständig beschäftigt“ oder „faul“ sein. Nur „reich“ oder „arm“. Diese Polarität in unserem Denken führt dazu, dass wir dauerhaft unter einem existenziellen Druck stehen, bzw. uns selbst unter diesen Druck stellen, der uns dann dazu verleitet, Dinge zu denken, zu fühlen, zu sagen und zu tun, die wir eigentlich gar nicht möchten.

Natürlich möchte ich keinesfalls „kein Geld mehr verdienen, meine Miete nicht mehr bezahlen können, hungern und mein Ansehen verlieren“. Wer will das schon?

Und genau hier liegt der Knackpunkt verborgen. Das war für mich wirklich eine bahnbrechende Erkenntnis, weil sie einfach alles innerhalb kürzester Zeit verändern kann.

Nochmal stark vereinfacht ausgedrückt: Mein Gehirn hat also ein Muster, das zur Selbstständigkeit gehört. Innerhalb dieses Musters gibt es Bilder, Gedanken, Erinnerungen, Überzeugungen und Glaubenssätze. Sobald ich beginne, innerhalb dieses Musters an irgendetwas zu denken, baue ich eine Polarität auf – Ständig beschäftigt oder faul. Im nächsten Schritt bewerte ich „ständig beschäftigt“ als richtig und „faul“ als falsch. Ich spinne beide Szenarien in meinem Kopf weiter und zwar so weit, wie es meine Vorstellungskraft zulässt. Die logische Folge aus „ständig beschäftigt“ ist vermutlich: angesehen, reich, sicher. Die logische Folge aus „faul“ ist: abgewertet, arm, unsicher.

Mein Gehirn wird jetzt, nachdem es beide Szenarien durchdacht hat, das auswählen, das meinem Überleben eher dient und all meine folgenden Gedanken darauf ausrichten, dieses Szenario in die Realität zu übersetzen. Es tut alles dafür, mich reich, angesehen und sicher zu wähnen.

Ist Dir bei all dem etwas aufgefallen? Es gibt offensichtlich für das Gehirn nur schwarz oder weiß, Leben oder Tod, richtig oder falsch. Und genau da liegt der Denkfehler. Nur, weil ich heute vielleicht bloß eine Stunde arbeite anstatt 11, heißt das ja nicht, dass ich gar nicht arbeite und dadurch direkt meine ganze Existenz verliere.

Wenn wir ein entspanntes, leichtes und vor allem zufriedenes Leben führen möchten, sollten wir es uns aneignen, immer wieder ganz bewusst Graustufen in unseren Gedanken zu erzeugen.

Das kannst Du zum Beispiel wie folgt machen. Nimm Dir dazu gern Dein Blatt zur Hand.

Schritt 1: Bestimme die Rolle, die Deinen Stress gerade verursacht. (z.B. Führungskraft, Angestellter, Mutter, Partner, Freundin, etc.)

Schritt 2: Notiere Dir alles, was Dich innerhalb dieser Rolle gerade stresst. (z.B. Aufgaben, Überzeugungen, Glaubenssätze, Ängste, Assoziationen, gesellschaftliche Konventionen, etc.)

Schritt 3: Fülle Deinen Rahmen mit Graustufen neu und erschaffe den anderen Pol. Du kannst hierzu zum Beispiel das, was Du Dir im 2. Schritt notiert hast, hinterfragen: „Ist das wahr?“ oder Dir einfach schöne neue Assoziationen einfallen lassen.

Und am Ende? Am Ende solltest Du Dir immer wieder bewusst machen, dass es sich bei den meisten Dingen, die heutzutage Stress oder Unwohlsein bei Dir auslösen, nicht um lebensbedrohliche Auswirkungen geht.

Gönn Dir eine Pause, mach mal wieder mehr von dem, was Dir Spaß macht. Sei nicht so streng mit Dir und lerne, guten Gewissens zu Dir und zu anderen zu sagen „Ich mache heute nichts, einfach, weil ich es kann!“.

Zum Schluss noch ein kurzer Reminder: Du kannst noch bis zum 31.10.2020 eine Online Coaching-Session mit mir gewinnen, wenn Du mir eine Bewertung auf iTunes hinterlässt. Alle Infos dazu habe ich Dir in die Shownotes gepackt.

Ich hoffe sehr, dass die Folge ein bisschen zu Deiner Entspannung beigetragen hat und Du ab sofort Deine eigenen Gedankengänge etwas besser nachvollziehen kannst.

Ich freue mich, wenn Du nächsten Dienstag wieder reinhörst und bis dahin pass auf Dich auf und stress Dich nicht so sehr! Bis bald.

© FRANZISKA DITTRICH

|

|

|

3.png
2.png
5.png
4.png
1.png