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  • Franziska Dittrich

001 - Wir müssen reden, weil wir schlechte Vorbilder sind.



Herzlich Willkommen bei nothing but mindfulness. , dem Podcast, in dem sich alles darum dreht, wie Du durch eine achtsame Haltung Dein Leben und die Welt verändern kannst. Mein Name ist Franziska Dittrich und ich freu mich total, dass Du heute wieder da bist und Deine Zeit mit mir teilst.

In der heutigen Folge geht es darum, dass wir beide ganz dringend mal reden müssen. Ja genau, Dich meine ich. Ob wir uns kennen, oder nicht. Wir müssen reden, weil ich glaube, dass es etwas gibt, dass wir alle noch nicht ganz verstanden haben. Wir müssen reden, weil wir schlechte Vorbilder sind. Und weil genau deshalb die Welt heute so ist, wie sie ist. Wir müssen reden, weil vielleicht genau Du der Mensch bist, der auch meine Zukunft bestimmt. Und wir müssen reden, weil wir genau JETZT immer mehr in eine Zeit hineinwachsen, in der glasklar wird, dass es so nicht weitergeht.

Diese Folge ist entstanden, weil ich schon seit einiger Zeit so ein ungutes Gefühl habe, wenn ich draußen unterwegs bin. Wenn ich die Mienen von den Menschen anschaue. Wenn ich mir vorstelle, dass es vielleicht in ein paar Jahren soweit sein könnte, dass auch ich Kinder auf diese Welt setze.

War Dir schon bewusst, dass Du jeden Tag mit allem, was Du denkst, fühlst, sagst und tust ein Vorbild bist? Ein Vorbild nicht nur für Kinder, sondern für alle Menschen, denen Du begegnest? Für Partner, für Kollegen, für Mitarbeiter, für Freunde, für Eltern, für Verkäufer, für Autofahrer – einfach für jeden. Ich könnte diese Liste hier noch endlos fortsetzen, aber das ist nicht Sinn und Zweck des Ganzen.

Ich weiß, es ist ziemlich harter Tobak, Dir so etwas zu unterstellen, obwohl ich Dich vielleicht nicht einmal kenne. Aber auch wenn Du glaubst, Du machst das schon ganz gut, dann lass mich Dich vom Gegenteil überzeugen.

Ich wünsch Dir ganz viel Freude beim Zuhören.


Gute Vorbilder


In unserer Gesellschaft im 21. Jahrhundert sind wir exzellente Vorbilder in verschiedensten Disziplinen. Lass mich nachfolgend ein paar davon nennen. Vielleicht findest Du Dich in dem ein oder anderen ja wieder.


Wir halten uns an Regeln, die irgendjemand definiert hat, ohne sie zu hinterfragen.

Wir ordnen uns vermeintlichen Autoritäten unter, die es besser wissen und können.

Wir verhalten uns in allen Belangen so konform, dass keiner schlecht über uns reden kann.

Wir gestalten unser perfektes Leben so, dass es nach außen hin gut aussieht und anderen gefällt.

Wir orientieren unseren beruflichen Werdegang an gesellschaftlichen Konventionen und materiellem Wohlstand.

Wir glauben anderen, wenn sie uns sagen „das geht nicht“.

Wir schreiben Erfolge und Misserfolge den Umständen oder anderen Menschen zu, um keine Verantwortung dafür übernehmen zu müssen.

Wir unterdrücken unsere Gefühle so lange, bis unser Körper krank wird.

Wir schauen so lange weg, bis die Auswirkungen sogar für Blinde sichtbar werden.

Wir lenken uns durch Medienkonsum und Drogen von der Wahrheit ab, bis unser Selbst uns überrollt.

Wir sind davon überzeugt, dass wir ewig Zeit haben und verschieben „die schönen Dinge des Lebens“ auf morgen oder später.

Wir werfen Dinge und Beziehungen weg, weil zweite Chancen an Wert verloren haben.

Wir schieben Entscheidungen so lange vor uns her, bis jemand anders sie für uns trifft und beschweren uns dann über die Ergebnisse.

Wir binden uns nicht mehr, weil etwas vermeintlich Besseres schon längst um die Ecke auf uns wartet.

Wir glauben, dass wir keinen Unterschied machen können, weil wir dafür zu klein sind.

Wir reden schlecht über „die anderen“, um uns selbst besser zu fühlen.

Wir machen uns abhängig, bürden anderen die Verantwortung für unser eigenes Glück auf.

Wir sind überzeugt davon, dass wir endlich glücklich wären, WENN nur X, Y oder Z sich verändern würden.

Wir sind unzufrieden mit und undankbar für das, was wir haben und streben immer nach mehr, weiter und höher.

Wir üben psychische oder physische Gewalt an unseren Mitmenschen oder anderen Lebewesen aus, um unsere eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.

Wir lassen uns von unserem Ego dazu bringen, nicht zu vergeben, bis es eines Tages zu spät dafür ist.

Wir arbeiten so hart und so lange, bis wir umfallen, damit uns dann hoffentlich jemand sagt, dass wir etwas wert sind.

Wir sind nachlässig in kleinen Dingen, weil wir glauben, sie hätten keine Auswirkung auf die großen.

Wir beschweren uns über alles und jeden und lamentieren darüber, dass früher alles besser war.

Wir tun alles dafür, um alles unter Kontrolle zu haben und uns unseren Ängsten nicht stellen zu müssen.

Wir schieben unsere Verantwortung auf „die da oben“ ab, die vermeintlich alles falsch machen.

Wir sind Opfer.


Und was bleibt? Es bleibt eine Gesellschaft, die mit gesenktem Blick, gebücktem Gang und betäubter Seele jeden Tag das Leben über sich ergehen lässt, das ihr geschenkt wurde.

Unsere starke Anpassung an kollektive Werte, die ja spätestens in der Schule, bzw. eigentlich schon früher im Elternhaus passiert, hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Zur Gesellschaft. Wer ist denn diese Gesellschaft, von der wir immer reden? Sie ist ein Konstrukt. Aus Dir, mir und allen anderen Menschen auf der Welt.


Wusstest Du übrigens schon, dass die Wahrscheinlichkeit, auf dieser Welt als Mensch geboren zu werden, bei 1:400.000.000.000.000 liegt? Diese Zahl ist so unvorstellbar, dass ich sie Dir mit einer Metapher verdeutlichen möchte, die Aljoscha Long und Ronald Schweppe geprägt haben:

Stell Dir vor, irgendwo auf dem Meeresgrund lebt eine blinde Schildkröte, die alle hundert Jahre einmal kurz an die Wasseroberfläche auftaucht. Auf den Weiten aller Weltmeere treibt ein einziger goldener Ring. Die Wahrscheinlichkeit, dass genau Du als Mensch geboren wirst, entspricht der Wahrscheinlichkeit, dass die Schildkröte beim Auftauchen mit ihrem Kopf genau in der Mitte dieses Rings landet.


Wir müssen reden, weil wir schlechte Vorbilder sind.

Schlechte Vorbilder


Was glaubst Du, wie würde die Welt aussehen, wenn Du nur in ein paar der nachfolgenden Dinge ein gutes Vorbild wärst? Für Deine Kinder, Deinen Partner, Deine Kollegen, Deine Mitarbeiter, Deine Freunde, Deine Eltern, für die Verkäufer im Supermarkt, andere Autofahrer auf der Straße, für mich?


Allein deshalb, weil Du hier bist, hast Du eine Verantwortung zu tragen. Eine Verantwortung dafür, unsere Welt ein Stück besser zu machen.

Ich wünsch mir eine Gesellschaft, in der Menschen sich nicht mit weniger als dem Besten für sich selbst zufriedengeben. Und zwar nicht aus der Überzeugung von Mangel heraus, sondern aus der Überzeugung heraus, dass sie es sowas von verdient haben. Eine Gesellschaft, in der alle verstehen, dass die Welt sich nicht um sie dreht. Eine Gesellschaft, die keine Angst vor dem Tod hat, weil jeder zu jeder Zeit guten Gewissens abtreten kann mit der Überzeugung „Genau SO war alles gut.“. Ich wünsch mir eine Gesellschaft, in der jeder versteht, dass er aus einem Grund hier ist.


Albert Schweitzer hat gesagt „Mit gutem Beispiel voranzugehen ist nicht nur der beste Weg, andere zu beeinflussen, es ist der einzige.“.


Wie kommen wir also dahin?


Leb’s doch mal vor.


1. Triff Entscheidungen. Wohlwissend, dass die Entscheidung für das eine gleichzeitig bedeutet, auf etwas anderes zu verzichten.

2. Fang an, das zu tun, was Du liebst. Das, was Dich zum Lächeln bringt und Dein Herz erfüllt. Nicht das, was irgendjemand anders für „das Beste“ hält.

3. Hör auf, faule Kompromisse zu machen und Deine wertvolle Lebenszeit für billiges Geld zu verkaufen! Du bist ohne alles gekommen und wirst ohne alles wieder gehen.

4. Zeig den Menschen um Dich herum, dass ALLES möglich ist. Hör nicht darauf, wenn Dir jemand sagt „Das geht nicht!“.

5. Beschütze Deine Träume wie das Wertvollste, was Du hast, denn das sind sie!

6. Hör auf, Dich zu beschweren. Sei nur dann laut, wenn Du etwas zu sagen hast, das uns weiterbringt. Erheb Deine Stimme und bring Deine Botschaft in die Welt.

7. Glaub nicht alles, was andere Dir sagen. Nutze Deinen gesunden Verstand und hinterfrage Dinge, die Dir komisch vorkommen.

8. Glaub nicht alles, was Du denkst. Du erschaffst Dir Deine Gedanken selbst und in den meisten Fällen entsprechen sie NICHT der Wahrheit.

9. Schaff Dir ein Leben, das nicht nur im Außen gut aussieht, sondern eines, das sich im Innen gut anfühlt – egal, was andere darüber denken.

10. Spar Dir das Geld für die 10. Anti-Falten-Creme, das 3. Auto und die 7. Weiterbildung. Du bist auch ohne all das schon längst genug!!!

11. Sei verschwenderisch mit Freundlichkeit und verteil Dein Lächeln inflationär – auch ohne Gegenleistung. Du hast keine Ahnung, wie es sich in den Schuhen Deines Gegenübers geht.

12. Verzeih und vergib. Sag Deinem Ego, dass ihm dabei kein Zacken aus der Krone bricht.

13. Langweil Dich mal wieder. Aus der Langeweile entstehen die besten Ideen.

14. Verschieb nichts auf morgen oder später, Du hast nicht ewig Zeit.

15. Frag Dich jeden Tag mindestens einmal: Wofür kann ich heute dankbar sein?

16. Sag den Menschen, die Du liebst, jeden Tag, dass Du sie liebst. Morgen könnte es zu spät sein.

17. Tu jeden Tag mindestens eine Sache für andere Menschen. Und zwar ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten.

18. Sag nicht ja, wenn Du nein meinst. Ein Ja zu anderen ist oft ein Nein zu Dir selbst.

19. Tu mal so, als ob Du irgendetwas dazu beigetragen hättest, dass Du jetzt dort bist, wo Du bist. Und dann frag Dich, wie Du es verändern kannst. Du bist kein Opfer!

20. Halte nicht an Vergangenem fest. Es ist aus einem guten Grund vorbei und mit Blick in den Rückspiegel wirst Du Dein Ziel nicht erreichen.

21. Wenn Du nicht weiter weißt, bitte um Hilfe und zeig anderen damit, dass es keine Schande ist, das zu tun. Du musst nicht jede Erfahrung selbst machen.

22. Verstehe, dass Du Dein Glück und Deinen Frieden oft dadurch sabotierst, dass Du Recht haben willst. Es geht nicht um Dich!

23. Vertrau mal wieder. Auf das Leben, auf das Gute im Menschen und darauf, dass das hier schon alles einen Sinn hat, auch wenn Du ihn momentan nicht verstehst.

Wow, das waren jetzt tatsächlich 23 Vorschläge für Dich, wie Du zum Vorbild werden kannst. Was glaubst Du, wie würde die Welt aussehen, wenn Du beginnst, anderen nur einen Bruchteil dieser 23 Dinge vorzuleben? Deinen Kindern, Deinem Partner, Deinen Kollegen, Deinen Mitarbeitern, Deinen Freunden, Deinen Eltern, den Verkäufern im Supermarkt, anderen Autofahrern auf der Straße, mir?


Sofern Du Kinder hast, hat sich an dem Tag, an dem sie geboren wurden, Deine Verantwortung sogar verdoppelt. Du bist die Person, die ihren Kindern alles Elementare für den Start auf dieser Welt mitgibt. Willst Du Menschen großziehen, die mit gesenktem Blick, gebücktem Gang und betäubter Seele jeden Tag das Leben über sich ergehen lassen?

Wenn alle Menschen in Verbindung mit sich sind und regelmäßig vor ihre eigene Tür schauen, ist die Welt gekehrt.


In dem Moment, in dem Du aufhörst, etwas zu tun – nur eine einzige Sache, das Du nicht willst, bist Du schon Vorbild für andere. Wenn Du nur in einer einzigen Situation pro Tag Deine Stimme erhebst, sei es nun bei der Lästerei im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz, sei es, wenn Du andere Eltern zu ihren Kindern sagen hörst „Das geht nicht!“, sei es, wenn Du mitbekommst, dass jemand belächelt wird dafür, dass er groß träumt. Diese einzige Situation am Tag macht einen Unterschied. Im ersten Moment vielleicht nur für Dich und die betroffene Person, am Ende aber für uns alle hier. Und was bleibt, ist eine riesengroße Welle, die wir schlagen können. Das, was Du jeden Tag tust, spricht viel lauter als das, was Du sagst, wovon Du nur redest. Also komm ins Tun.

Wir müssen reden. Und ich bitte Dich von Herzen, diese Folge mit allen Menschen zu teilen, die Du kennst. Nicht, weil ich irgendetwas davon habe, sondern für uns alle. Weil die Welt nur zu einem besseren Ort wird, wenn jeder und jede Einzelne von uns einen Beitrag dazu leistet.

Ich wünsche Dir das Beste. Ich wünsche Dir, dass Du Verantwortung übernimmst und in Deine Kraft kommst. Nicht nur für Dich. Auch für mich. Für uns alle.


Wenn Dir diese Folge von nothing but mindfulness. gefallen hat, würdest Du mir einen riesen Gefallen tun, wenn Du mir eine Bewertung auf iTunes hinterlässt. Und natürlich die Weiterempfehlung – das habe ich ja gerade schon gesagt.

Schau auch gerne bei Instagram unter @franziska_dittrich vorbei und lass mir Dein Feedback da. Was war Deine wichtigste Erkenntnis? Worin kannst Du ein besseres Vorbild werden für die Menschen um Dich herum? Ich freu mich auf den Austausch mit Dir.

Bis dahin, pass auf Dich auf, lass es Dir gut gehen, alles Liebe für Dich und denk dran: nothing but mindfulness... Bis bald!

© FRANZISKA DITTRICH

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