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  • Franziska Dittrich

033 – Über Entscheidungen und das, was uns berührt


Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von nothing but mindfulness. , dem Podcast, in dem sich alles darum dreht, wie Du durch eine achtsame Haltung Dein Leben und die Welt verändern kannst. Mein Name ist Franziska Dittrich und ich freu mich total, dass Du heute wieder da bist und Deine Zeit mit mir teilst.


Heute möchte ich hier eine Folge mit Dir teilen, die wirklich durch seltsame Zufälle entstanden ist – sofern man an Zufälle glauben mag. Den ersten Denkanstoß dazu habe ich – und jetzt halte Dich fest – auf der Rückseite meiner Shampoo-Flasche gefunden. „Alles, was Dich berührt, wird ein Teil von Dir.“ stand dort. Eigentlich wollte ich mir nur die Inhaltsstoffe des neuen Shampoos anschauen, aber dieser Satz hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Denn nicht nur das Shampoo, das meine Kopfhaut berührt, sondern auch alles, was mich sonst als Mensch berührt, wird ein Teil von mir. Und genauso gilt das natürlich für alle anderen Menschen auch. Alles was Dich berührt, wird ein Teil von Dir – zum Beispiel auch meine Worte hier im Podcast. Und der zweite Umstand, der dann auf irgendeine Weise in dieselbe Kerbe meiner Gedanken geschlagen hat, wie diese Botschaft auf dem Shampoo, war ein Film, den ich mir angeschaut habe. In dem Film ging es um Parallelwelten und darum, wie eine einzige Entscheidung in der Vergangenheit die komplette Zukunft verändert und beeinflusst hat.


Ich werde in der heutigen Folge zwei meiner Gedanken zu all dem mit Dir teilen. Ich weiß, dass nichts umsonst oder aus Zufall passiert, ich glaube nicht an Zufälle. Deswegen weiß ich, dass es für irgendjemanden dort draußen gerade genauso wichtig ist wie für mich, dass wir uns heute einmal gemeinsam an ein paar Dinge erinnern. Die passenden Reflektionsfragen zu meinen Gedanken bekommst Du natürlich auch wieder an die Hand. Leg Dir dazu am besten wieder etwas zu Schreiben bereit.


Ich wünsch Dir wie immer viel Freude beim Hören.


#1 Wir sollten uns wohl überlegen, wovon wir uns berühren lassen.


Dazu muss ich noch einmal kurz gedanklich zu der Shampoo-Geschichte zurückkehren. Vielleicht deshalb, weil ich es wichtig finde, Dich für solche kleinen Botschaften im Alltag zu sensibilisieren. Wenn wir nämlich offen sind für all das, was um uns herum so passiert, finden wir oft Antworten auf Fragen, die wir schon länger mit uns herumtragen. So war es für mich – so blöd das auch klingen mag – mit genau dieser Shampoo-Flasche. Ich habe zwei unglaublich stressige Wochen hinter mir, deshalb gab es letzte Woche hier auch keine neue Podcastfolge. Zwei Wochen, in denen ich so tief in meiner Arbeit versunken war, dass ich keinerlei Kopf für irgendetwas anderes hatte. Ich war zwischenzeitlich wirklich erschöpft und meine Augen haben nach 8 Stunden-Tagen vor dem Bildschirm gebrannt wie Feuer. Und dennoch ist an einigen Tagen etwas total Spannendes passiert – genau deshalb liebe ich übrigens unter anderem meine Arbeit so sehr. Zweifelsohne gibt es nämlich auch bei mir – obwohl ich das, was ich mache, für nichts in der Welt eintauschen würde – Tage, an denen ich einfach lieber etwas anderes machen möchte als das, was auf dem Plan steht. Kurzzeitig sind da dann durchaus mal solche Gedanken wie „Warum mache ich das hier eigentlich alles?“ oder „Irgendwas ohne Menschen wäre doch eigentlich auch ganz nett...“. Und genau da kommt jetzt der Satz von der Shampoo-Flasche ins Spiel.


Die Worte und das Feedback, das ich von den Menschen bekommen habe, mit denen ich gearbeitet habe, haben mich teilweise so sehr berührt, dass ich inmitten meiner Erschöpfung jedes Mal so glücklich, zufrieden und erfüllt ins Bett gefallen bin. Einfach deshalb, weil mir mit jedem Tag wieder einmal bewusst geworden ist, dass es mir im Rahmen meiner Arbeit möglich ist, Menschen zu berühren mit dem was ich sage. Und gleichzeitig lasse ich mich jedes Mal von dem berühren, was ich zurückbekomme. All die Geschichten, Erfahrungen und Dinge, die Menschen mit mir teilen, machen etwas mit mir. Manche machen mich nachdenklich und traurig, andere laden mich zur Entwicklung ein, manche machen mir Mut und dann gibt es natürlich auch solche, die mich glücklich und dankbar dafür stimmen, dass mein Leben einfach anders ist. Aber ganz egal, auf welche Art und Weise sie mich berühren, jede einzelne dieser Geschichten wird zu einem Teil von mir. Ich habe in meiner Zeit als Coach und natürlich auch schon zuvor schon tausende Geschichten von anderen Menschen gehört, wie Du wahrscheinlich auch – unabhängig von Deiner beruflichen Tätigkeit. Und wenn wir einmal ehrlich sind, macht jede dieser Geschichten etwas mit uns. Manchmal wollen wir es vielleicht nicht wahrhaben, oder merken es erst viel später, aber es ist so.


Vielleicht kann man sich das so vorstellen, dass alles, was wir wahrnehmen, wie ein Samen auf den Boden fällt. Da gibt es vielleicht Böden, die fruchtbar sind – das würde ich gleichsetzen mit einer einigermaßen „wachen“ Wahrnehmung. Und dann gibt es Böden, die sind weniger fruchtbar, dort können die Samen keine Wurzeln schlagen und vergehen nach relativ kurzer Zeit wieder. Dann geht es natürlich auch darum, inwieweit wir uns um die Samen kümmern, wie wir sie also pflegen. Ich denke, wenn uns etwas wiederholt berührt, oder wir mehrfach – wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise – ähnliche Erfahrungen machen, ist das wie Gießen. Und schließlich wächst dann aus diesen Samen irgendetwas heran. Wunderschöne Blumen, oder eben auch Unkraut.


In der aktuellen Zeit, oder vielleicht sollte ich besser sagen „im aktuellen Zeitalter“, prasselt täglich so unfassbar viel auf uns ein. Jeder will uns berühren. Die Menschen um uns herum, die Medien, die Konzerne, die Politik, ... Ach diese Liste könnte ich endlos fortsetzen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass tagein, tagaus von so vielen unterschiedlichen Seiten an mir gezogen wird, dass ich oft gar nicht mehr weiß, wohin mit mir. Die einen wollen mir etwas verkaufen, die anderen wollen mich auf ihrer Seite wissen. Die nächsten brauchen mich, dass es ihnen besser geht und wieder andere kämpfen gegen mich, um am Ende da stehen zu können und zu sagen „Ich habe Recht“.


Wir sind also prädestiniert dafür, von allen möglichen Seiten berührt zu werden. Und wenn wir nicht achtsam sind, wovon wir uns wirklich berühren lassen, wachen wir eines Morgens in einem Leben auf, dass wir uns so sicherlich nie gewünscht haben - als eine wilde Ansammlung von Teilen.


Frag Dich heute Abend einmal Folgendes:

Mal angenommen, alles, was Dich berührt, würde wirklich ein Teil von Dir werden... Was hast Du Dir im Laufe des heutigen Tages zu Teil werden lassen? Wer oder was hat Dich heute berührt? Welcher neue Teil ist heute zu Dir als Persönlichkeit und als Mensch dazugekommen? Willst Du mit diesem Teil ab sofort leben, oder möchtest Du ihn lieber wieder loswerden? Was könntest Du tun, um diesen Teil wieder loszuwerden oder zurückzugeben?


Der zweite Gedanke, über den ich heute mit Dir sprechen möchte, lautet:


#2 Keine unserer Entscheidungen bleibt jemals ohne Folgen.


Da kommt jetzt der Film ins Spiel, von dem ich Dir vorhin schon kurz erzählt habe. Eigentlich war der Film an sich gar nicht so besonders. Aber auch bei Filmen ist es so, dass sie natürlich – wie gerade erwähnt – in gewisser Weise zu einem Teil von uns werden, oder uns an einen Teil in uns erinnern, der schon vorher da war.


In stressigen Phasen nehme ich mir zugegebenermaßen viel zu wenig Zeit, um mich mit mir selbst zu beschäftigen. Dem geschuldet vergesse ich dann auch hin und wieder, worauf es eigentlich ankommt – eine schlechte Entscheidung, wie ich im Nachhinein immer wieder merke.


Auf jeden Fall ging es in dem Film darum, dass eine Frau durch seltsame Umstände die Möglichkeit hatte, eine Entscheidung in der Vergangenheit zu verändern. Als sie am nächsten Morgen aufgewacht ist, war in ihrem Leben nichts mehr wie vorher. Weil natürlich dadurch, dass eine Entscheidung anders ausfiel, sich der komplette Rest ihres Lebens ganz anders gestaltet hat. Ihr Job war anders, die Menschen um sie herum waren anders, ihr Partner war anders – kurzum: alles war anders.


Ich predige hier im Podcast ja ziemlich regelmäßig, wie wichtig es ist, jeden Tag bewusst Entscheidungen zu treffen und dabei weitsichtig zu sein. Ich habe dann nach dem Film einmal angefangen, ein bisschen darüber nachzudenken, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wenn ich an der ein oder anderen Stelle einfach eine andere Abbiegung genommen hätte. Ich habe mich nicht nur an die „großen Kreuzungen“ erinnert, sondern auch an viele kleine, also alltägliche Entscheidungen. Dabei ist mir einmal wieder aufgefallen, wie sehr wirklich jede noch so kleine Entscheidung zählt.


Hier mal ein paar Entscheidungen, die wir alle jeden Tag mehrmals treffen:


- Was esse ich heute und wieviel davon?

- Gehe ich ans Telefon, oder lasse ich es durchklingeln?

- Bewege ich mich heute, oder bleibe ich auf der Couch sitzen?

- Fokussiere ich mich auf meine Ziele, oder lenke ich mich lieber ab?

- Treffe ich heute jemanden, oder bleibe ich allein? Wenn ich jemanden treffe, wen treffe ich?

- Welche Nachrichten lese ich heute, welche nicht?

- Wie freundlich und sozial bin ich heute in der Interaktion mit anderen?


Das ist nur ein minimaler Bruchteil der Entscheidungen, die Du und ich jeden Tag treffen. Und jede einzelne davon hat das Potenzial, unser Leben nachhaltig zu beeinflussen.


Vielleicht hattest Du auch schon Momente, in denen Du gedacht hast: „Wenn ich dann und dann nicht hier und da gewesen wäre, hätte ich dies oder jenes nicht erlebt oder eine bestimmte Person nicht kennengelernt.“ Oder „Wenn mir diese Nachricht entgangen wäre, hätte ich ganz anders entschieden.“ Auch hier könnte ich jetzt noch unzählige Gedanken auflisten, aber ich denke, Du verstehst, worauf ich hinauswill.


Unser ganzes Leben ist eine Aneinanderreihung und gleichzeitig das Resultat von Entscheidungen. Du bist heute genau da, wo Du bist, weil Du die Entscheidungen so getroffen hast, wie Du sie getroffen hast. Alles, was um Dich herum ist, ist ein Spiegelbild Deiner Entscheidungen.


Ich möchte Dir noch einmal anhand der aktuellen Situation erklären, warum es sooo so wichtig ist, Deine Entscheidungen achtsam und mit Bedacht zu treffen und nicht einfach nur so passieren zu lassen.


Sehr viele Menschen haben in diesem Jahr entschieden, den populären Massenmedien mit ihren reißerischen Schlagzeilen Glauben zu schenken – ohne zu hinterfragen und weiterzudenken.


Sehr viele Menschen haben in diesem Jahr entschieden, sich in Angst und Panik versetzen zu lassen von etwas, das sie nicht sehen können.


Sehr viele Menschen haben in diesem Jahr entschieden, sich zu beugen und sich bevormunden zu lassen.


Sehr viele Menschen entscheiden Tag für Tag, ihre eigene Meinung zurückzuhalten, weil sie Angst vor den Konsequenzen haben.


Sehr viele Menschen entscheiden Tag für Tag, ihre Meinung anderen aufzuzwingen und dadurch zur Spaltung der Gesellschaft beizutragen.


Sehr viele Menschen entscheiden Tag für Tag, wegzusehen, wenn es unangenehm wird und wenn etwas droht, ihr Weltbild auf den Kopf zu stellen.


Nur weißt Du, was das Schlimme bei all dem ist? Wir haben nicht ansatzweise eine Ahnung, wie das Kollektiv all dieser Entscheidungen unser aller Zukunft beeinflusst. Wir können nicht so weit und so groß denken, dass wir abschätzen können, wie unfassbar riesig die Konsequenzen all dessen sind.


Deine Entscheidungen beeinflussen also nicht nur Dein eigenes Leben nachhaltig, sondern auch unser Leben auf kollektiver Ebene.


Solange es Menschen gibt, die sich in den Dienst der Rüstungsindustrie stellen, wird es Kriege geben. Solange es Menschen gibt, die einen überdurchschnittlichen Konsum an billigen Fleischwaren pflegen, wird es Massentierhaltung geben. Solange es Menschen gibt, die verletzen, wird es Verletzte geben. Solange es Menschen gibt, die ihre Gier nicht im Griff haben, wird es Armut geben. Solange es Menschen gibt, die sich daran ergötzen, ihre Macht über andere auszuleben, wird es Unfreiheit geben.


Furchtbar und schön zugleich finde ich daran, dass all das auf Entscheidungen basiert. Entscheidungen, die wir immer so weit von uns wegschieben, weil wir glauben, wir können nichts beeinflussen. In Wahrheit geht es aber um Deine Entscheidungen, genauso wie es um meine geht. Wählen wir den bequemen Weg, oder den, von dem wir wissen, dass er der Richtige ist? Entscheiden wir ohne Weitblick zu unseren eigenen Gunsten, oder beziehen wir die Konsequenzen unserer Entscheidungen in unsere Überlegungen mit ein?


Auch hier will ich Dir wieder eine kleine Reflektionsaufgabe mitgeben:

Erinnere Dich einmal bewusst an die wichtigsten Entscheidungen, die Du heute getroffen hast. Jetzt, mit etwas Abstand: Würdest Du die Entscheidungen noch einmal genau so treffen, wenn Du erneut die Wahl hättest? An welchen Stellen würdest Du andere Entscheidungen treffen, wenn Du Dir sicher sein könntest, dass es keine negativen Konsequenzen für Dich hat? Wie würdest Du entscheiden, wenn Du die Konsequenzen für uns als Gesellschaft und das Wohl aller Menschen und Lebewesen miteinbeziehst?


Zur letzten Frage ist ein bisschen Erklärung nötig. Sie lautet: Wie würdest Du entscheiden, wenn Du nicht wüsstest, welche Rolle Du bei der Entscheidung spielst?


Dazu drei einfache Beispiele. Mal angenommen, du entscheidest Dich heute dazu, die Kassiererin im Supermarkt super unfreundlich anzuschnauzen, weil sie das Wechselgeld falsch abgezählt hat. Die Frage ist dann: Würde ich immer noch so entscheiden, wenn ich nicht wüsste, ob ich die Angeschnautzte oder die Anschnautzende bin?

Das nächste Beispiel ist die simple Entscheidung, heute im Discounter ein halbes Kilo Billigfleisch zu kaufen. Würdest Du immer noch so entscheiden, wenn Du nicht wüsstest, ob Du bei Deinem Kauf der Gewinner einer leckeren Schweinshaxe bist, oder das arme Schwein, das sein Leben lang kein Tageslicht sieht und unendliches Leid erträgt?

Lass uns als drittes Beispiel eine Entscheidung nehmen, die wir alle schon getroffen haben: Du konsumierst heute Unmengen an Zucker in Form von Schokolade, Soft-Drinks und Fertiggerichten. Würdest Du immer noch so entscheiden, wenn Du nicht wüsstest, ob Du vermeintlich glücklich auf Deiner Couch sitzt, oder alternativ der arme Körper mit all seinen Organen bist, der diesen Müll verdauen muss?


Also nochmal die Frage: Wie würdest Du entscheiden, wenn Du nicht wüsstest, welche Rolle Du bei Deiner Entscheidung spielst?


Ehrlicherweise betrachten wir unsere Entscheidungen nämlich meist nur aus unserem eigenen Blickwinkel, also aus dem „Gewinner-Blickwinkel“. Den „Verlierer-Blickwinkel“ haben wir ganz gut gelernt auszublenden.


Hier jetzt zum Abschluss nochmal eine kurze Zusammenfassung meiner Gedanken. Alles, was uns den Tag über so berührt, wird ein Teil von uns. Deshalb sollten wir gut darauf Acht geben, wovon wir uns berühren lassen. Und unser ganzes Leben ist eine Aneinanderreihung und gleichzeitig das Resultat von Entscheidungen. Du bist herzlich eingeladen, die Verantwortung für Deine Entscheidungen zu übernehmen und Dir immer wieder vor Augen zu führen, dass keine einzige Deiner Entscheidungen jemals ohne Folgen bleibt.


Ich hoffe, Du konntest wieder das eine oder andere für Dich mitnehmen aus dieser Folge. Schön, dass Du bis hierhin dabei warst. Du würdest mir einen riesigen Gefallen tun, wenn Du die Folge fleißig teilst und mir eine Bewertung auf iTunes hinterlässt.


Ich freue mich, wenn Du nächsten Dienstag wieder dabei bist und wünsche Dir bis dahin eine schöne Advents-Woche. Pass auf Dich auf und bis bald.


© FRANZISKA DITTRICH

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